Warum wir mehr deutschsprachige Autor*innen unterstützen sollten

Während in Deutschland wahnsinnig viele Bücher von englischsprachigen Autoren angeboten werden, sind es umgekehrt nur eine Hand voll. Warum ist das so? Wie sind die Zahlen und Fakten? Und warum sollten wir vor unserem nächsten Buchkauf unsere Augen ganz weit aufsperren?

Als ich mir letztens meine Buchvorstellungen angesehen habe, ist mir etwas aufgefallen und ich war tatsächlich leicht geschockt: Warum lese ich eigentlich so viele Bücher von englischsprachigen Autor*innen? Obwohl ich doch – selbst Schriftstellerin – weiß, wie schwierig es ist, sich im deutschen Buchmarkt zu behaupten. Warum greife ich im Buchladen also so oft nach Titeln, ohne überhaupt darauf zu achten? Und wie hoch ist bei uns eigentlich der Anteil englischsprachiger Literatur? Das interessiert dich auch? Na dann, bitte einmal folgen:

Die Besonderheit des deutschen Buchmarkts

Der deutsche Buchmarkt ist hart umkämpft. Hier als Autor*in seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist schwierig. Was es aber noch viel schwieriger macht, ist eine Besonderheit: Deutsche Verlage kaufen gerne ausländische Lizenzen. Besonders aus dem englischsprachigen Raum – also den USA und Großbritannien.

Das scheint allerdings ein weltweites Phänomen zu sein. Die Kultursoziologin Gisèle Sapiro erklärt in einem Artikel von ZEIT ONLINE, dass zwar die Anzahl der übersetzten Titel weltweit steige, es aber immer die gleichen Sprachen sind, aus denen übersetzt werde. Das Problem: Gerade diese dominanten Sprachgebiete importieren selbst die wenigsten Bücher. Was resultiert also daraus? Ein Ungleichgewicht, dass vor allem die deutschsprachigen Autor*innen ausbaden.

Wer kauft eigentlich Lizenzen deutscher Bücher?

Etwa 90.000 Bücher erscheinen jährlich auf dem deutschen Markt. Laut der Lizenzumfrage des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels wurden im Jahr 2020 7600 Buchlizenzen ins Ausland verkauft. China, die Türkei und Russland sind die Top drei Lizenznehmer – die USA und Großbritannien dagegen weit abgeschlagen. Und das geht schon Jahrzehnte lang so. 2002 haben zum Beispiel deutsche Verlage die Rechte von 3782 amerikanischen Büchern erworben, während amerikanische Verlage nur 150 deutsche Bücher einkauften.

Deutschsprachige Autoren müssen sich im eigenen Land um den Marktanteil balgen

Das hat zur Folge, dass deutschsprachige Autoren es noch schwerer haben einen Bestseller zu landen. In einem Artikel der FAZ von 2016 habe ich interessante Zahlen gefunden: Laut einer Studie der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Köln, stammen nur 30 Prozent der Bestseller aus der Feder von deutschsprachigen Autor*innen. Das ist eine Zahl, die haut einen doch erst mal um, oder?

Skandinavische Länder oder Frankreich kommen hingegen auf einen nationalen Anteil von 60 – 80 Prozent. Das heißt im Umkehrschluss, dass deutsche Autoren fast nur in ihrer Heimat Absatz generieren können und hier auch noch einen schwachen Marktanteil ergattern. Wie ungerecht ist das denn, bitte? Gut, der Artikel ist aus dem Jahr 2016, vielleicht hat sich inzwischen ja schon etwas geändert …

Wie viele deutschsprachige Bücher sind 2021 auf der Bestsellerliste?

Dieser Sache wollte ich auf den Grund gehen. Also habe ich eine Stichprobe genommen: Ich habe mir die Spiegel-Bestsellerliste Taschenbücher 41/2021 angesehen und tatsächlich sieht es hier nicht mehr ganz so düster aus: 60 Prozent der Bücher sind von deutschsprachigen Autor*innen 35 % von englischsprachigen (20 % Großbritannien, 15 % USA) und 5% entfallen auf skandinavische Schriftsteller*innen.

Umdenken im Buchmarkt –  fördern Verlage wieder mehr deutschsprachige Autoren?

Es scheint also doch langsam ein Umdenken stattzufinden, dass es sich auch für Verlage lohnt, deutschsprachige Autoren zu fördern. In den Amazon-Charts sind im Top-20-Ranking bei den Liebesromanen zum überwiegenden Teil deutschsprachige Autoren*innen zu finden – vor allem dank Selfpublishing-Power. Und nicht zuletzt das Selfpublishing hat wohl einen Anteil daran, warum Verlage wieder mehr regional denken. Es hat die deutschsprachige Autorenlandschaft wieder vielfältiger und sichtbarer gemacht.

Warum ist der Anteil der Bücher von englischsprachigen Autoren hierzulande so hoch?

Aber warum ist es überhaupt so weit gekommen? Die Suche nach Gründen gestaltete sich schwierig, konkrete Aussagen von Verlagen sind kaum zu finden. Eine Erklärung mag sein, dass deutsche Lektoren zum überwiegenden Teil englisch sprechen. So können sie auch gleich in die Bücher hineinlesen, während englischsprachige Lektoren nur das ins Englisch übersetzte Exposé bleibt, um sich ein Bild von dem Manuskript zu machen. Ein Nachteil. Das erklärt aber noch immer nicht, warum deutsche Verlage so versessen darauf sind, englischsprachige Lizenzen einzukaufen. Ich mutmaße jetzt mal, weil es eben eine recht sichere Bank ist, ein Buch zu vertreiben, das sich in einem anderen Markt schon gut verkauft. Und da läuft es im Endeffekt doch, wie bei vielem anderen auch, auf uns als Verbraucher hinaus. Wir haben es in der Hand, welche Bücher wir lesen und wen wir damit unterstützen. Natürlich leben wir in einer globalisierten Welt und es ist schön, das auch zu genießen. Was wären wir bitte ohne J. K. Rowling oder David Nicholls? Aber denkt euch das mal so: Es ist wie mit Obst und Gemüse. Natürlich versuchen wir, regional einzukaufen, aber natürlich gibt es bei uns in der Gegend eben keine Bananen, trotzdem dürfen die importierten Früchte ab und an auch mal in den Einkaufskorb wandern. Und so sollte es mit Büchern auch sein. Es lohnt sich also hinzuschauen, woher die Banane… äh … ich meine natürlich der/die Autor*in stammt. 

Frischekick: Grapefruit-Limonade selber machen

Mit diesem Rezept versüßt du dir den Sommer: Grapefruit-Limonade zählt zu meinen absoluten Lieblings-Erfrischungsgetränken an heißen Sommertagen. Und die Zubereitung ist ratzfatz erledigt.

In meinem Buch „Kolibriherzschlag“ ist das Lieblingsgetränk der Hauptfigur Lara Grapefruitlimonade. Eigentlich eine bestimmte Marke aus dem Supermarkt. Aber an einer Stelle des Buches ergibt es sich, dass sie frische Limonade vorgesetzt bekommt und sie ist davon ebenfalls ziemlich begeistert. Vor allem die Extrazutat Minze hat es ihr angetan, denn sie harmoniert perfekt mit dem Aroma der Grapefruit.

So machst du Grapefruit-Limo selbst

Ein guter Grund für mich, das auch mal auszuprobieren und dem perfekten Rezept für selbst gemachte Limonade auf die Spur zu kommen. Ich hab mich da ein bisschen durchgetestet und mein Lieblingsrezept gefunden. Und das macht vor allem eine Geheimzutat aus. Psssst. Total geheim. Es ist …. Ahornsirup. Der Sirup nimmt der Grapefruit das Bittere und verleiht der Limonade eine ganz besondere Süße. Es gibt wirklich kaum etwas besseres für heiße Sommertage: Die Grapefruitlimonade ist mit ihrer leicht herben Note extrem erfrischen und nimmt uns mit auf einen ganz besonderen Früchte-Moment. Und es kommt noch besser: Der Aufwand ist wirklich minimal. Wenn du schnell bist, reichen fünf Minuten. Kein Witz.

Rezept für frische Grapefruitlimonade

Zutaten für 1 Liter

  • 2 frische Grapefruits (ca. 400 ml)
  • 600 ml Mineralwasser
  • 5 EL Ahornsirup
  • 1 kleiner Bund (etwa 5 Zweige) frische Minze
  • Eiswürfel

Zubereitung

Zuerst die beiden Grapefruits auspressen. Dann den Saft in eine Kanne/Karaffe geben und mit dem Mineralwasser aufgießen. Wer möchte kann das Fruchtfleisch aus dem Saft filtern (durch ein Sieb gießen), aber ich finde, dass es mit Fruchtfleisch viel besser schmeckt.

Dann die Blätter von der Minze zupfen und ein paar davon zwischen den Händen zerreiben, damit die ätherischen Öle besser austreten können. Rein mit den Kräutern in die Karaffe.

Zum Schluss noch den Ahornsirup zugeben und einmal kräftig umrühren, bis er sich aufgelöst hat. Wer möchte kann jetzt noch Eiswürfel hinzufügen und tadaaaa: Die Grapefruitlimo ist fertig – das perfekte Getränk für Sommertage. Oder auch für Wintertage, wenn einen die Sehnsucht nach Sommer überkommt.

Ich denke, das wäre eine Limonade, die Laura aus „Kolibriherzschlag“ mit Sicherheit schmecken würde. Was meint ihr?

Buch oder E-Book: Vorteile, Nachteile, Ökobilanz?

Lesen wir gedruckte Bücher nur noch aus Gewohnheit oder haben sie in Summe einfach mehr Vorteile als digitale Exemplare? Und wie sieht es eigentlich mit der Ökobilanz aus? Buch vs. E-Book: Wer gewinnt?

Hätte ich mir diese Frage vor ein paar Jahren gestellt, wäre die Antwort eindeutig ausgefallen: Das gedruckte Buch hätte bei mir weit vorne gelegen. Ohne Wenn und Aber. Heute ist die Antwort nicht mehr ganz so einfach. Aus diesem Grund habe ich mich mal hingesetzt und die Vor- und Nachteile zusammengetragen, beleuchtet und bewertet. An Hand der vier Schlagworte Lesegefühl, Komfort, Kauf und Ökobilanz vergleiche ich E-Book und gedrucktes Buch. Mal schauen, wer die Nase vorn hat.

Lesegewohnheiten der Deutschen

Zuerst einmal möchte ich gerne auf die generellen Lesegewohnheiten in unserem Land eingehen. Etwa 75 Prozent der Deutschen lesen mehr oder weniger regelmäßig Bücher. Etwa 29 Prozent davon lesen E-Books. Und jetzt kommt eine spannende Entdeckung: Nicht etwa junge digitalaffine Menschen lesen mit E-Book-Readern, sondern vor allem ältere, die sogenannten Boomer. Sie genießen die Vorteile wie etwa dass sich die Schrift problemlos vergrößern lässt und auch der Gang zum Buchladen wegfällt. Generation Z und die Millennials haben dagegen erstaunlich wenig Interesse an der digitalen Variante des Buchs. Obwohl das Smartphone deren Leben bestimmt, greifen sie bei Büchern zur gedruckten Version.

Das ist also der Ist-Zustand. Aber warum genau bevorzugen manche das eine oder das andere Medium? Was sind die Vor- und Nachteile von gedruckten Büchern und E-Books? Weiter geht´s: 

Lesegefühl

Das Hauptargument für viele Menschen die gedruckte Bücher bevorzugen ist sicherlich das Lesegefühl. Geruch und Haptik haben etwas Vertrautes, was wir schon aus der Kindheit von Bilderbüchern kennen. Und deshalb lieben wir auch Schmuckausgaben, die mit ihren Illustrationen und der liebevollen Aufmachung doch immer auch entfernt an Bilderbücher erinnern. Das Lesegefühl ist meiner Meinung nach eher eine emotionale Sache. Es fühlt sich einfach gut an, ein Buch in der Hand zu halten und über die Seiten zu streichen.

Auch das Signieren ist bei digitalen Büchern (noch) nicht möglich, was für mich als Autorin ein wichtiges Argument ist. Dieser Punkt geht in jedem Fall an das gedruckte Buch, da kann kein E-Reader mithalten.

Komfort

Beim Komfort sieht es dagegen schon ganz anders aus. Lesen mit integriertem Licht, Anpassung der Schriftgröße und das geringe Gewicht: Mit einem E-Reader liest es sich ohne jeden Zweifel komfortabler. Das sind auch Vorteile, die ich besonders schätze. Meisten lese ich dicke Bücher, die mehrere hundert Seiten haben. Da weiß man oft schon gar nicht, wie man diese Wälzer in gedruckter Form einigermaßen bequem halten soll, ohne davon erschlagen zu werden.

Mit einem E-Reader habe ich meine ganze Bibliothek dabei und kann ihn problemlos überallhin mitnehmen ohne Rückenschäden zu erleiden. Gerade bei längeren Urlaubsreisen hatte ich früher so meine Probleme, alle gewünschten Bücher mitzunehmen, ohne das erlaubte Gewicht zu überschreiten. Seit ich einen E-Book-Reader besitze ist dieses Problem gelöst und wenn ich zu wenige Bücher draufgeladen habe, kann ich ganz einfach noch mal nachbestellen oder mich für ein Reread entscheiden. Es steht also 1:1 zwischen E-Book und gedruckter Variante.

Kauf

Ich liebe das Stöbern in einem Buchladen. Es ist wie eine kleine Expedition auf der Suche nach neuen Schätzen. Es macht Spaß sich durch die Reihen von Büchern zu bewegen und immer wieder eines zur Hand zu nehmen und den Klappentext zu studieren, bis es endlich Zoom macht und der Funke überspringt. Der Schatz ist geborgen und muss nur noch zur Kasse getragen werden. Deutlich weniger atmosphärisch ist das Aussuchen eines Online-Exemplars. Aber auch hier besticht wieder der Komfort: Der E-Book-Reader hilft mir dabei, an Hand von meinen Lesegewohnheiten Bücher zu finden, die ich vielleicht lesen möchte. Ich kann Autoren folgen, die ich gerne mag und verpasse keine Veröffentlichung. Dafür ist es schwerer, E-Books zu verleihen und ein Verkauf, z. B. auf dem Flohmarkt, ist gar nicht möglich. Dagegen lässt sich argumentieren, dass digitale Bücher häufig deutlich günstiger sind als die gedruckten Varianten und sich auch über verschiedene Online-Ausleihen, gegen geringes Geld, lesen lassen. Es ist also schwer zu sagen, wer hier punkten kann. Ich plädiere für ein Unentschieden. Jetzt steht es also 2:2 und alles hängt von der Ökobilanz ab.

Ökobilanz

Natürlich ist es schön, ein gut gefülltes Bücherregal zu Hause zu haben. Ich fühle mich in Gegenwart von Büchern einfach sauwohl, sie machen einen Raum gemütlich und sehen gut aus. Die Kehrseite der Medaille aber ist, dass für unsere heimische Bibliothek ziemlich viele Bäume ihr Leben lassen mussten und auch eine Menge CO2 bei der Produktion in die Atmosphäre geschleudert wurde. Dazu kommt noch, dass viele der Bücher die wir uns ins Regal stellen, meistens nur ein einziges oder wenige Male gelesen werden. Auch der Platzbedarf schlägt sich negativ auf die Ökobilanz nieder: Viele Bücher brauchen größere Räume etc. , aber so weit will ich jetzt gar nicht ausholen, denn die wichtigste Frage lautet: Was ist nun umweltfreundlicher? Bücher oder E-Books? Dazu habe ich mich durch einige Seiten gewühlt, Daten verglichen und Aussagen geprüft. Herausgekommen ist Folgendes:

Bei gedruckten Büchern fällt die Ökobilanz leider nicht besonders gut aus. Hier spielt die Abholzung der Wälder eine Rolle, aber auch der Verbrauch von Wasser und Energie. Bei der Herstellung werden etwa 1,1 Kilogramm Kohlendioxid freigesetzt. Viel zu wenige Verlage drucken bisher auf 100 Prozent recyceltem Papier. Aber selbst wenn, wären es trotzdem noch 900 Gramm CO2 pro Buch.

Auch die Herstellung eines E-Readers ist nicht problemlos für die Umwelt. Hier spielt vor allem der Abbau von Mineralien und seltenen Erden eine große Rolle. Ein guter E-Book-Reader kommt am Ende des Herstellungsprozesses auf etwa 8 Kilogramm CO2. Der Betrieb des E-Readers ist dagegen klimafreundlich, da er wenig Energie benötigt. Läuft er mit Ökostrom, ist er sogar grün.

Aber ab wann rechnet sich ein E-Book-Reader?  Wenn du mehr als zehn Bücher pro Jahr liest und der Reader mindestens 3 Jahre in Betrieb ist. So sorgst du dafür, dass weniger Ressourcen und weniger Energie verbraucht werden und weniger Treibhausgase entstehen. Diese Daten verändern sich leicht, wenn der E-Book-Reader häufig mit Beleuchtung genutzt wird und das Buch zu 100 Prozent auf Recycling-Papier gedruckt ist.

Tatsächlich schneidet der E-Reader sogar bei der Entsorgung besser ab, als das gedruckte Buch – allerdings nur, wenn er ordnungsgemäß entsorgt wird und nicht im Hausmüll landet.

Dieser Punkt geht eindeutig ans E-Book. Somit steht es jetzt 3:2 für das E-Book und somit hat es diesen Vergleich knapp gewonnen. Das kommt für mich zumindest schon ein bisschen überraschend.

Fazit

So, was mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis? Ich liebe gedruckte Bücher, aber ich erkenne absolut den Nutzen von E-Books an. Gerade der ökologische Aspekt hat mich schon zum Nachdenken gebracht. Aktuell nutze ich beides. Wobei ich sagen muss, dass je länger ich den E-Reader verwende, ich auch immer lieber damit lese. Gerade wenn ich abends ins Bett gehe und ich meinen Mann weder mit dem Umblättern von Seiten noch mit dem Schein der Nachttischlampe störe, weil ich nur noch ein allerletztes Kapitel lesen möchte (meistens werden es dann doch wieder mehr…).

Am allerbesten für den ökologischen Fußabdruck wäre es übrigens mit dem Fahrrad in die Bücherei zu fahren und gedruckte Bücher auszuleihen. Ich muss allerdings gestehen, da schlägt mein Autorinnenherz nicht unbedingt höher …

Herbst Bucket List 2020

Heute ist offiziell Herbstanfang. Und da ich mir vorgenommen habe, diese Jahreszeit voll auszukosten, habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht, was ich die nächsten zwei Monate gerne tun möchte.

Warum überhaupt Bucket Listen und hat die eigentlich keinen deutschen Namen?

Generell bin ich der Meinung, dass wir viel zu viel durch den Alltag hetzen und manchmal zu wenig Zeit bleibt um das Leben auch wirklich zu genießen. Aus diesem Grund mag ich Bucket Listen – also eine Zusammenstellung von Dingen, die man gerne machen möchte. Das hilft mir, mich zu fokussieren. Und wann immer ein bisschen Zeit bleibt, oder ich mir Zeit freischaufele, hole ich diese Liste heraus und suche mir etwas davon aus, was ich gerne machen möchte. So habe ich das Gefühl, ich genieße z. B. den Herbst viel mehr und bleibe auch mehr im Hier und Jetzt. Unsere Welt hat so viel Schönes zu bieten, wir müssen eigentlich nur die Augen aufmachen.

Da diese Listen-Tradition aus dem englischsprachigen Raum vor ein paar Jahren zu uns herübergeschwappt ist, gibt es dafür eigentlich keinen richtig guten Deutschen Namen. Wörtlich übersetzt würde es wohl „Löffelliste“ heißen. „Wunschliste“ wäre vielleicht auch ein passender Ausdruck dafür.

Patricias Bucket List für den Herbst 2020

Und hier kommt sie nun, die Liste mit den 20 Dingen, auf die ich mich in dieser Jahreszeit besonders freue oder die ich gerne einmal ausprobieren möchte:

  1. Einen Kürbis Schnitzen (mit Bohrmaschine)
  2. Apfelstrudel backen
  3. Kürbissuppe kochen
  4. Ein Lagerfeuer machen
  5. Heißen Apfelsaft mit Zimt trinken
  6. Wandern gehen
  7. Einen Wellnesstag machen
  8. Herbstlich dekorieren
  9. Apfelkuchen backen
  10. Erntedank feiern
  11. Ein Spaziergang im bunten Blätterwald machen
  12. Brot selber backen
  13. Duftkerzen anzünden
  14. Wieder mehr Lippenstift tragen
  15. Heiße Schokolade trinken
  16. Einen Filmabend machen mit selbstgekochtem Chili
  17. Filme mit Herbstmonaten im Namen schauen: „Es begann im September“ und „Sweet November“
  18. Ein Gericht mit Spitzkohl kochen
  19. Federweißer trinken
  20. Halloween feiern

Hier fehlt natürlich das, was für mich selbstverständlich zu jeder Jahreszeit dazugehört: An einem bequemen Plätzchen Bücher lesen und natürlich ein Buch schreiben 🙂 Was habt ihr euch für den Herbst vorgenommen? Was steht auf eurer Bucket List?

Ach ja, und hier ist noch ein Beispiel, wie ich das Kürbisschnitzen mir der Bohrmaschine oben gemeint habe:

Warum ausgerechnet Liebesromane?

Tja, ich schreibe also Liebesromane. Und tatsächlich hat man da mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Das fällt mir vor allem auf, wenn ich mit Mensch spreche, die mich nicht gut kennen und die mich dann fragen, was ich beruflich so mache. Ich antworte daraufhin, dass ich unter anderem Bücher schreibe. Das finden die meisten sehr interessant und sind oft erstaunlich begeistert. Manchmal ist mir das sogar ein bisschen unheimlich. Die einen backen Torten und die anderen schreiben eben Bücher. Jeder hat sein Talent. Aber ich werde sowieso recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Nämlich dann, wenn die Frage gestellt wird: welches Genre?

Einen Liebesroman zu schreiben ist angeblich einfach

Regelmäßig versuche ich, mich dagegen zu wappnen und trotzdem versetzt es mir meistens einen kleinen Stich. Denn sobald ich eröffne, dass ich Liebesromane verfasse, ist jegliche Wertschätzung dahin. „Ach so, Liebesromane“, heißt es dann. Oder auch etwas direkter: „Ach, Schnulzen schreibst du.“ Diese freundlichen Menschen geben mir unmissverständlich zu verstehen, dass einen Liebesroman zu texten, ja nicht wirklich eine Leistung wäre. Hätte ich „Krimi“ oder „Thriller“ gesagt, wäre ich deutlich in ihrer Achtung gestiegen. Aber es sind ja „nur“ Liebesromane. Meistens lächle ich darüber hinweg. Ich habe nicht den Drang, mich zu rechtfertigen und eine Diskussion vom Zaun zu brechen. Viele wissen es einfach nicht besser. Das Genre „Liebesroman“ ist so breit aufgestellt, wie kaum ein anderes. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Nur das Prädikat „literarisch wertvoll“ traut man einer Liebesschnulze nicht zu. Obwohl es eine Menge Romane in dieser Gattung gibt, die mitnichten kitschig oder flach sind. Von seichter Romantik bis zu tiefgründigen Emotionen ist alles vertreten. Und dabei ist nichts schlecht oder wertlos. Was immer einem anderen Menschen Freude schenkt, ihn aus seinem Alltag entführt und ihm eine gute Zeit verschafft, hat seine Berechtigung. Ist das nicht auch literarisch wertvoll?

Liebe ist das schönste Gefühl der Welt – nur in Büchern hat sie einen schlechten Ruf

Und es existiert noch ein wichtiger Punkt: Was wäre das Leben ohne die Liebe? Für mich persönlich ist sie das wichtigste und schönste Gefühl auf dieser Erde. Denn ohne Liebe kann kein Mensch leben. Egal ob es die Liebe zu sich selbst, zu anderen, von anderen, zu Gott oder zu etwas Anderem ist – Liebe ist das, wonach wir uns innerlich doch alle sehnen. Weil es menschlich ist. Warum also haben Liebesromane einen so desolaten Ruf? Ich fürchte, Groschenromane und Rosamunde-Pilcher-Filme haben ganze Arbeit geleistet und einige denken wohl, alle Liebesgeschichten müssten so sein. Mal ganz unter uns: Rosamunde Pilcher konnte absolut nichts dafür, denn ihre Romane haben mit den oftmals schlecht inszenierten Filmen nicht viel zu tun. Danke also ans ZDF. Der Bildungsauftrag ist hier wohl in die Hose gegangen – denn Liebesromane können deutlich mehr.

Auch Liebesromanleser kämpfen mit Vorurteilen

Aber nicht nur als Autorin hat man mit diesen Vorurteilen zu kämpfen. Auch Leser trauen sich manchmal nicht, zu ihren Vorlieben zu stehen. Als ich anfing, Liebesromane zu schreiben, sprach ich mit einer Freundin darüber. Sie versicherte mir, das wäre nicht wirklich ihr Genre. Ein paar Wochen später, hatte sie ihr Bücherregal aussortiert und dann etwas kleinlaut eingestanden, dass da doch recht viele dieser Schmöker, die sie eigentlich gar nicht liest, zu Tage kamen. Bezeichnend ist auch der Spruch, den ich häufig höre: „Das ist was Leichtes, was ich zwischendurch mal so lese.“ Dabei schwingt immer mit, dass diejenige ansonsten „echte“ Literatur bevorzugt.

Darum schreibe ich Liebesromane

Und sogar meine Mama schleuderte mir ein „Schon wieder ein Liebesroman“, entgegen, als ich ihr von meinem zweiten Buch erzählte. Aber so ist es nun mal. Ich verfasse Liebesromane. Weil ich selbst auch gerne welche lese. Weil ich finde, dass Liebe im Leben essentiell ist. Weil es genug Gräuel auf der Welt gibt, darüber muss ich persönlich nicht auch noch schreiben. Weil ich Menschen gerne auf eine emotionale Reise schicke. Weil ich gerne tiefgründig texte und wichtige Themen anspreche und weil ich glaube, dass das auch im Genre Liebesroman funktioniert.

Romance: Der Liebesroman im Imagewandel

Glücklicherweise spüre ich aber, dass ein leichtes Umdenken stattfindet. Die moderne Form des Liebesromans heißt jetzt „Romance“. Ein neuer Name, um den Altlasten zu entkommen. Klingt irgendwie cooler. Auch wenn das Wort leider schon wieder ein Anglizismus ist. Ja ich weiß, das lässt sich nicht ändern. Globalisierung und so. Aber als Autorin, die auf Deutsch textet, wollte ich es trotzdem nicht unerwähnt lassen. Bin halt altmodisch, äh, ich meinte natürlich oldschool. Ich schreibe ja schließlich Liebesromane. Da gehört das wohl mit dazu. Aber Scherz beiseite: Ich finde es gar nicht schlecht, dass es diese neue Bezeichnung gibt. Der Liebesroman muss wohl einen Imagewandel vollziehen, um wieder besser anerkannt zu werden. Da sind mir auch Anglizismen recht. Apropos: New Adult und Young Adult sind ebenfalls nichts anderes als Liebesromane, nur eben für jüngere Zielgruppen.

Wer Liebesromane schreibt, muss erst mal mit den ganzen Gefühlen klarkommen

Und für alle da draußen, die denken, es wäre so wahnsinnig leicht, eine Liebesgeschichte zu verfassen: Es stecken genauso viele Überlegungen dahinter, wie bei einem Krimi. Nur geht es nicht darum, wer wie stirbt, sondern wer wie lebt. Denn lieben bedeutet leben. Und das ist Krimi genug. Und sich durch die Gefühle seiner Protagonisten zu kämpfen, jeden Schmerz und Liebeskummer durchzuspielen, um ihn authentisch aufs Papier zu bringen – das ist zumindest für mich eine große Herausforderung.

Wer weiß, vielleicht werde ich auch mal etwas Anderes schreiben. Ich verehre Agatha Christie, ich verschlinge alle Geschichten aus Mittelerde und ich versinke im Schatten des Windes. Es gibt so viele tolle Genres. Aber im Moment schreibe ich ausgerechnet Liebesromane. Weil ich es liebe. Punkt.

Die Magie von Neuanfängen

Ich liebe den Spruch „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ von Hermann Hesse. Denn ich denke, dass er nicht nur wahr, sondern auch sehr weise ist. Er fasst diese Energie in Worte, die entsteht, wenn man etwas Neues beginnt. Man begibt sich auf ungewohntes Terrain. Es ist aufregend. Manchmal beängstigend. Und es ist erstaunlich, welche Kraft man dabei entwickeln kann. Welchen Schub man bekommt, wenn man etwas Neues anpackt.

Genauso habe ich mich gefühlt, als ich im März dieses Jahres begonnen habe mein erstes Buch zu schreiben. Es war unglaublich und es war bezaubernd. Manchmal sah ich mir wie ein außenstehender Betrachter selbst dabei zu, wie meine Gedanken über meine Hände in den Computer flossen. Und völlig unabhängig vom Ergebnis, war es für mich faszinierend zu beobachten, wie wohl ich mich dabei fühlte. Wie richtig es mir vorkam. Und wie natürlich.

Darauf zu warten, wie das Buch ankommt, ist schwer zu ertragen

Jetzt – ein halbes Jahr später – ist es endlich soweit. Ich habe das Buch herausgebracht. Alle Welt kann es sehen. Tut sie natürlich nicht. Ich meine ja nur – rein hypothetisch könnten alle es sehen. Es ist eben öffentlich. So, das war jetzt das richtige Wort. Das ist auf der einen Seite ein wunderbares Gefühl. Aber auf der anderen Seite ist es auch erschreckend. Es macht mich verletzbar. Es ist zwar nicht autobiographisch, aber trotzdem, diese Arbeit bin ich. Und gerade diese aktuelle Situation, in der ich noch nicht abschätzen kann, wie STERNENVOLL bei euch ankommt, ist schwer auszuhalten.

Ja, es gab Testleser. Ja, sie fanden es gut. Manche waren sogar begeistert. Kritik war natürlich auch dabei. Aber sie alle kannten mich. Und obwohl ich weiß, dass ich mitunter die ehrlichsten Freunde auf dem Planeten habe, gibt es da doch trotzdem immer diesen Sympathiebonus und mag er noch so winzig sein. Zumindest wenn man annimmt, dass mich meine Freunde sympathisch finden. Und von dieser Annahme würde ich vermessener Weise jetzt einmal ausgehen.  

In mir brodelt ein Vulkan

Wie ihr also schon bemerkt habt, bin ich Welten davon entfernt, lässig und entspannt abzuwarten, wie sich die Rückmeldungen zu STERNENVOLL entwickeln. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht voll hinter meiner Arbeit stehe und zufrieden damit bin. Das Schreiben, genauso wie das Filmemachen auch, ist immer Sache des Geschmacks. Natürlich wäre ich auch noch zufrieden damit, wenn das Buch nur 10 Menschen toll finden würden und alle anderen nicht. Aber meine Intention geht definitiv über das Schreiben an und für sich hinaus. Das heißt, ich finde es wunderbar, mir die Geschichte auszudenken, die Figuren zu entwickeln und sie durch Höhen und Tiefen wandern zu lassen. Aber ich möchte damit auch andere Menschen unterhalten und berühren.

Das war schon in meinen früheren Jobs der Fall, sowohl als Schauwerbegestalterin, als auch als Filmredakteurin. Bei Filmen allerdings ist es von Anfang an eine ganz andere Sache. Da arbeitest du immer im Team. Du bist nie alleine. Ich war zwar für das Endprodukt verantwortlich, aber auf dem Weg dorthin hatte ich immer Unterstützung und Rückmeldung. Das habe ich beim Buchschreiben anders empfunden. Ich habe eine ganze Weile an STERNENVOLL gearbeitet, bevor jemand auch nur die erste Zeile zu lesen bekommen hat. In diesem Fall mein Mann. Und es war eine echte Zitterpartie darauf zu warten, was er dazu sagt. Also nicht zu der ersten Zeile, sondern zu dem kompletten ersten Entwurf. Ich hatte Glück. Er hat mich bestärkt weiterzumachen. Und hier bin ich jetzt. Unruhig abwartend. Auch wenn man es mir äußerlich oft nicht ansieht. Aber innerlich brodelt ein Vulkan, den ich aktuell nur mühsam unter Verschluss halte. Ich will ja schließlich keinen verschrecken. Eigentlich hilft mir Yoga immer dabei ruhig zu werden. Aber sogar dafür bin ich die letzten Tage zu nervös.

Inspiration von einem Notizbuch

Und da kreuzte gestern dieses Notizbuch meinen Weg. Ich habe den Satz gelesen: „Trust The Magic Of New Beginnings.“  Er hat mich genauso gepackt, wie der von Hermann Hesse. Aber die Botschaft geht noch ein Stück darüber hinaus. Denn sie vermittelt, diese Energie nicht nur wahrzunehmen, die in einem Neubeginn steckt, sondern auf sie zu vertrauen. Und auch bei Herman Hesse geht das Gedicht noch weiter „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Denn ein Neuanfang ist gleichzeitig auch immer ein Abschied.

Und in diesem Sinne werde ich nun tief durchatmen und versuchen diesen ganzen Enthusiasmus wieder zu spüren, den ich schon seit einem halben Jahr in mir trage. Ihn wieder so zu spüren, wie zu Anfang, als ich begonnen habe, das Buch zu schreiben. Denn der zweite Teil meiner Intension beginnt ja jetzt erst: Ich will euch unterhalten, berühren und manchmal vielleicht auch zum Nachdenken anregen. Und ich hoffe sehr, dass ihr diese Reise mit mir gemeinsam geht.